Krieg, KI und Kirche • Eine soziologische Analyse
Forum Wissenschaftsstadt Bonn
14. Januar 2027, 19:00 - 20:30
Mit seiner ersten Enzyklika „Magnifica Humanitas” hat Papst Leo XIV. im Mai 2026 ein Lehrschreiben zur Künstlichen Intelligenz vorgelegt, das an die Tradition der katholischen Soziallehre seit „Rerum Novarum” anknüpft und eindringlich vor einer Politik warnt, die Krieg als unausweichlich hinnimmt. Martin Wan, der sich seit seiner theologischen Abschlussarbeit über KI und Anthropologie kontinuierlich mit den ethischen Dimensionen digitaler Technologien befasst, fragt, ob die Tradition des „gerechten Krieges” angesichts autonomer Waffensysteme, die Tötungsentscheidungen algorithmisch vorbereiten oder gar treffen, überhaupt noch tragfähig ist.
Im Zentrum steht dabei die päpstliche Warnung, dass moralisches Urteilen nicht auf Kalkulation reduziert werden darf, weil es Gewissen, persönliche Verantwortung und die Anerkennung des Gegenübers als Person voraussetzt. Der Vortrag entfaltet, wie Leo XIV. Technik — gerade auch militärische — aus der Logik von Herrschaft und Macht zu „entwaffnen” sucht und welche Konsequenzen dies für kirchliches und politisches Handeln hat. Im Horizont der Vortragsreihe fragt er damit zugleich, welchen Beitrag eine „Zivilisation der Liebe” als Gegenentwurf zu einer „Kultur der Macht” für die Suche nach Frieden in einer Welt in Unordnung leisten kann.
🎙️ Referent: Martin Wan: Projektleiter für das Hochschulforum Digitalisierung bei der Hochschulrektorenkonferenz
📍 14. Januar 2027 um 19 Uhr via Zoom
Forum Wissenschaftsstadt Bonn
Das Forum Wissenschaftsstadt Bonn versammelt Wissenschaft und Öffentlichkeit im Gespräch über drängende Fragen unserer Zeit. In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Bonn und dem Studium Universale der Universität Bonn widmet sich die Reihe aktuellen Themen an der Schnittstelle von Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Renommierte Referentinnen und Referenten laden ein zur kritischen Reflexion und Debatte.





