Während die Bundesrepublik das Staat-Kirche-Verhältnis partnerschaftlich regelte, war es in der DDR von Beginn an gegnerisch geprägt. Durch die verschärfte SED-Politik ab den 1960er Jahren geriet die Kirche in eine Minderheitenposition – ein Trend, der sich nach der Wiedervereinigung bis heute fortsetzt. In Mitteldeutschland gehören regional nur noch 8–16 % der Bevölkerung einer christlichen Kirche an.
Erstaunlicherweise bleibt die gesellschaftliche Relevanz der Kirchen trotz dieser Minderheitssituation hoch und sie sind in öffentlichen Diskursen weiterhin gefragte Partner. Dennoch erzwingt der Wandel seit Jahren neue Organisationsformen, wie die Auflösung der klassischen Parochie und eine Neubestimmung des Ehrenamtes.
Das Selbstverständnis der Gemeinden und Landeskirchen gewinnt seine Fundamentierung in der Tradition der DDR aus einer distanzierten Haltung zu staatlichen Institutionen. Angesichts des Erfolgs populistischer Parteien muss sich nun zeigen, wie die Kirche der offenen Feindschaft von Rechts- und Linksextremen begegnet. Der Weg von der Volks- zur Minderheitskirche – bei gleichzeitigem Bewahren eines fröhlichen Glaubens – bleibt dabei das zentrale, wiederkehrende Thema.
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Evangelischen Forum Bonn und der Kirchengemeinde Hardtberg, moderiert & organisiert von Barbara Kliesch.
Mit Themen wie Demokratie, Umwelt, Frieden, Stadtentwicklung und gesellschaftlichem Zusammenhalt greift die Reihe aktuelle Herausforderungen auf und lädt zum Mitdenken ein. Regelmäßig sind Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Medien und Literatur zu Gast – mit klugen Impulsen und spannenden Perspektiven.
▶️ Alle Termine auf einen Blick
🎟️ Eintritt frei – Für den Umtrunk im Anschluss, werden Spenden für Getränke angenommen