Im Fokus dieser Reihe stehen Personen, Ereignisse, Zeiträume und Orte, in denen sich bestimmte Entwicklungen der jüdischen Geschichte, Religion und Kultur geradezu kristallisieren. Die Reihe wendet sich nicht an Experten der Judaistik und Religionsgeschichte, sondern möchte einem breiteren Publikum die reiche Geschichte und die unterschiedlichen Strömungen des Judentums jenseits aller Folklore erschließen.
Josef Albo (um 1380-1444). Jüdische Philosophie und christliche Kontroverstheologie in der Frühen Neuzeit.
Tol'dot & Tarbut - Jüdische Geschichte & Kultur
14. Januar 2027, 19:00 - 20:30
In seinem Kommentar zur Mischna formulierte der RaMBaM (Maimondes) um 1158-68 13 Ikkarim – Grundlehren des Judentums. Später wurden diese Ikkarim vor allem von jüdischen Gelehrten in den christlichen Königreichen der Iberischen Halbinsel diskutiert und in der Konfrontation mit den neuen Missionsstrategien der Dominikaner modifiziert und hierarchisiert. Eins der Schlüsselwerke, die in diesem Kontext entstanden, war Josef Albos „Sefer ha-Ikkarim“ (um 1425). Der Vortrag thematisiert und kontextualisiert die mittelalterlichen Diskussionen, die im 14. und 15. Jahrhundert über Maimonides‘ Ikkarim geführt wurden. In einem Ausblick werden die Kontroversen jüdischer Gelehrter der Neuzeit zum Ausgangspunkt genommen, um unterschiedliche Positionen zur Bedeutung der Ikkarim und allgemeiner zur Rolle von Glaubenslehren im Judentum in den Blick zu nehmen
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