zeitzeichen: 1700 Jahre Konzil von Nicäa

Am 26. Mail 2025 – 18 Uhr Online via Zoom (Anmeldung per Mail an redaktion@zeitzeichen.net)

1700 Jahre liegt das Konzil von Nicäa schon zurück. Welche Rolle spielt es für Ihren Glauben und in unserer Kirche?

Ist es mehr als Nostalgie, wenn in diesem Jahr an vielen Orten in Gottesdiensten und Tagungen an die Kirchenversammlung der Spätantike erinnert wird? Sagt Ihnen das Glaubensbekenntnis von Nicäa und Konstantinopel noch etwas, das an hohen Feiertagen gelegentlich auch hierzulande noch gebetet wird? Kann das mit vielen Kirchen gemeinsame Glaubensbekenntnis wirklich eine Brücke der Ökumene sein?

Unser Schwerpunkt zum Thema „Bekenntnis und Bedeutung. 1700 Jahre Konzil von Nicäa“ ist Ihnen bereits seit Monatsanfang zugänglich. Jetzt können Sie mit Fachleuten über die spätantike Kirchenversammlung diskutieren.

Am Montag, den 26. Mai, öffnet um 18 Uhr unser digitaler Salon seine virtuellen Türen exklusiv für Online- und Print-Abonnent:innen. Zu Gast sind Christoph Markschies, Ulrich H.J. Körtner, Dagmar Heller und Bischof Emmanuel sowie aus der „zeitzeichen“-Redaktion Reinhard Mawick und Stephan Kosch. Die Moderation übernimmt „zeitzeichen“-Redakteur Philipp Gessler.

Bischof Emmanuel von Christoupolis ist Vikarbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. Er analysiert, dass die Gesellschaft wie damals zur Zeit des Konzils von Nicäa vor großen Herausforderungen stehe und erneut um ihre Identität und Einheit ringe. Bischof Emmanuel schreibt: „Ich hoffe, dass wir durch das Nizäa-Jubiläum das Geschenk der Einheit in Christus neu entdecken werden.“

Dagmar Heller ist Orthodoxie-Expertin und leitet das Konfessionskundliche Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim. Sie betonte in ihrem Artikel in „zeitzeichen“: „Die Einheit der Kirchen ist bis heute das wesentliche Ziel der ökumenischen Bewegung. In diesem Sinne hat das Konzil von Nizäa 325 eine Vorbildfunktion nicht als ein Format und auch nicht in seinen Formalia, aber dafür, dass das Ringen um Einheit als Zeichen nach außen für die Kirche wesentlich ist.“

Ulrich H.J. Körtner lehrt Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. In seinem „zeitzeichen“-Artikel unterstrich er die Reflexionen des Konzils über die Dreieinigkeit Gottes und die Bedeutung des Glaubens an die Trinität noch heute, nicht zuletzt für die protestantische Theologie. So hält er fest: „Recht verstanden, ist die christliche Glaubenserfahrung, wann anders es sich wirklich um Christuserfahrung handelt, stets eine trinitarische Gotteserfahrung, mag sie auch nicht als solche auf den Begriff gebracht werden.“

Christoph Markschies ist Professor für Antikes Christentum an der Humboldt-Universität in Berlin und Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Der „zeitzeichen“-Kolumnist sieht neben den Leistungen des Konzils auch Entscheidungen mit fragwürdigen Folgen. Dazu gehört: „Die enge Verbindung mit dem Kaiser hat auch dazu geführt, dass aus abweichender Lehre in einer Religion nun plötzlich ein justiziables Vergehen im Staat wurde: Falsche Lehre wurde kriminalisiert. Das kann man bei allem Interesse an einem klaren theologischen und kirchlichen Profil nicht gutheißen.

„zeitzeichen“-Chefredakteur Reinhard Mawick und „zeitzeichen“-Redakteur Stephan Kosch haben in sehr persönlichen Texten das Konzil von Nicäa gewürdigt. Reinhard Mawick näherte sich dem Konzil durch ein Werk von Johann Sebastian Bach, dem „Symbolum Nicenum“ und weitete diese Erfahrung aus zu einer Betrachtung über die Beziehung zu Gott und anderen Menschen. Stephan Kosch schilderte seine Probleme, das Glaubensbekenntnis von Nicäa und Konstantinopel heute zu sprechen, und regte an, ein neues, heutiges Bekenntnis der gesamten Christenheit zu finden.


zeitzeichen: KI und Religion

Am 01. April 2025 – 18 Uhr Online via Zoom (Anmeldung per Mail an redaktion@zeitzeichen.net)

Künstliche Intelligenz ist kein Zukunftsthema mehr, sondern Gegenwart. Wir nutzen sie bereits an vielen Stellen, manchmal ohne, dass wir es merken. Aber kann KI auch für religiöse Zwecke genutzt werden? Welche Rolle wird KI in der Kirche und der religiösen Praxis spielen? Und wo liegen die ethischen Grenzen?

 

Über diese Fragen haben Autor:innen in den vergangenen Monaten in zeitzeichen geschrieben, am 1.April um 18 Uhr können Sie als Abonnent:in mit ihnen in unserem digitalen Salon diskutieren. Dort erwarten Sie folgende Expert:innen:

Ilona Nord ist Professorin für Praktische Theologie in Würzburg und hält nichts von einer Skandalisierung der KI und ihres Einsatzes auch im kirchlichen Bereich. In Ihrem Beitrag für zeitzeichen kommt sie zu dem Schluss: „Längst ist die Technik fester Bestandteil in der Arbeit an unserem Lebenssinn: beim Predigtvorbereiten, beim Redenschreiben, beim Systematisieren von Projektbeschreibungen. Wir leben „Du auf Du“ mit einer kommunikativen KI, die darauf wartet, dass wir sie und vor allem uns selbst in Kommunikation mit ihr besser kennenlernen.“

Peter Zimmerling war bis vor kurzem außerplanmäßiger Professor für Praktische Theologie an der Universität Leipzig mit dem Schwerpunkt Seelsorge und Spiritualität. Nach seiner Meinung kann KI als nicht nur als Unterstützung und als Hilfsmittel in der Seelsorgeausbildung, sondern auch als eigenständiges Instrument der Seelsorge dienen. Denn durch den zunehmenden Mangel an Hauptamtlichen in der Kirche, stünden immer weniger professionelle Seelsorger:innen zur Verfügung. Angesichts dieser Situation könnte KI Suchenden eine Form von Selbstseelsorge bieten.

Dr. Constantin Gröhn ist wissenschaftlicher Referent für Theologie und Wirtschaftsethik beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Nordkirche. In zeitzeichen beschreibt er die moralische Herausforderung, die der Einsatz von KI für Kirche bedeutet. Wie gehen wir mit einer Technologie um, die einen Vorteil für die derzeit Nutzenden bringen kann, aber auch erheblicheökologische und ethische Gerechtigkeits-Fragen aufwirft? Er ist der Meinung, der wahre Beitrag der Kirche könne in einer Ethik des Genug liegen.

Dr. Hans D. Baumann ist Kulturwissenschaftler in Kassel und hat in der Märzausgabe von zeitzeichen von KI generierte Jesus-Bilder präsentiert. Das verblüffende Ergebnis, etwa das „Foto“ der Büste eines lachenden Jesus aus dem Barock oder die Rekonstruktion eines Gesichtes aus dem Turiner Grabtuch, kommentiert er so: „Während die meisten Kunstwissenschaftler der Meinung sind, KI könne keine Kunstwerke erschaffen, weil sie kein Subjekt mit Intentionen sei, frage ich mich, ob das ästhetische Erlebnis einer Bildbetrachtung und -interpretation wirklich davon abhängen kann und sollte, dass Betrachter ein Vorwissen über den Entstehungsprozess eines Bildes mitbringen?“

Die Moderation übernimmt zeitzeichen-Redakteur Stephan Kosch.

Möchten Sie mitdiskutieren? Melden Sie sich per Mail an: redaktion@zeitzeichen.net

Sie erhalten rechtzeitig einen Link zu unserem digitalen Salon via zoom. Wir freuen uns auf Sie!