Tol’dot & Tarbut: Was Moses Mendelssohn über das Christentum dachte

Als Moses Mendelssohn 1770 auf des Zürcher Predigers Johann Caspar Lavaters Aufforderung reagieren mußte, entweder zentrale Lehren des Christentums philosophisch anzunehmen oder sich taufen zu lassen, antwortete er in einem offenen Brief. Er schrieb an Lavater, dass er die grundlegenden Lehren des Judentums geprüft habe und aus guten Gründen von der Wahrheit des Judentums überzeugt sei. Implizit hieß das: Eine Konversion zum Christentum kam für Mendelssohn nicht in Frage. Aber als Jude, als in Preußen fast rechtloses Mitglied eines jüdischen Volkes, konnte er seine Gründe gegen das Christentum nicht öffentlich darlegen, ohne sich und seine Familie in Gefahr zu bringen. In einem privaten Brief an die Erbprinz von Braunschweig-Wolfenbüttel allerdings, der erst nach seinem Tod bekannt wurde, beschreibt Mendelssohn ausführlich, welche christlichen Lehren ihn als Juden und Philosophen überhaupt nicht überzeugten.

Do 13.11.2025 | 19.00 Uhr – Prof. Dr. Christoph Schulte
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Tol’dot & Tarbut: Was haben Stolpersteine mit Demokratie zu tun?

….Jede Menge!, würden spontan wohl die meisten antworten: Stolpersteine sind ein fester Bestandteil deutscher Erinnerungskultur. Aber was genau ist demokratisch an diesem ins Straßenpflaster eingelassene Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus? Warum ist es so erfolgreich wie umstritten? Worin liegen seine Stärken und Schwächen und warum sind Stolpersteine ohne historische Aufklärung über deutsch-jüdische Demokratiegeschichte sinnlos?

Der Vortrag skizziert eine anhaltende Debatte und schlägt eine Brücke zwischen historischer Bedeutsamkeit und gegenwärtigem Handeln. Bitte registrieren Sie sich über den externen Zoom-Link:

Mi. 29.10.2025, 19.00 – 20.30 Uhr | Referent/in Dr. Marina Sassenberg
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Wie soll es in Israel und Palästina weitergehen? (Online & Präsenz!)

Hybride Veranstaltung am 08. Dezember 2025 um 19 Uhr in der Ev. Kirche in Düsseldorf | Hohe Str. 16, 40213 DÜS oder ONLINE

Mit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem nachfolgenden Feldzug der israelischen Armee in Gaza hat der Konflikt in Israel/Palästina eine unberechenbare Eskalation erfahren. Schuldzuweisungen, ideologische Positionierungen und der Ruf nach schnellen, harten Lösungen bestimmen eine immer konfrontativer werdende Debatte.

Im Gewirr lautstark vorgetragener Meinungen bietet Prof. Dr. Dr. Dr. hc Dieter Vieweger, Theologe und Archäologe, Jerusalem und Wuppertal das, was hilft, um zu einer Beurteilung zu finden: Sachinformationen. Er versucht den Konflikt mit Blick auf beide Seiten zu entwirren. Und alle diese Betrachtungen führen zu komplexen Hintergründen.

Leitung: Dr. Gabriela Köster, Dr. Martin Bock, Dr. Anne-Kathrin Quaas

HYBRIDE Veranstaltung in Kooperation mit dem Ev. Forum Bonn und der Melanchthon Akademie: Referent ist vor Ort in Düsseldorf, Teilnahme Online oder in Präsenz möglich

Anmeldung – Link folgt

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Prof. Dr. Dr. Dr. hc Dieter Vieweger


Forum Wissenschaftsstadt Bonn • Die Psychologie der Falschinformation

Mit: Dr. Carolin-Theresa Ziemer, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Leipzig

Ob in den Nachrichten, auf Social Media oder im Alltag – Falschinformationen begegnen uns scheinbar überall. Ist das wirklich so? Und sind wir ihnen schutzlos ausgeliefert, selbst wenn wir uns für kritisch und informiert halten? Anhand aktueller Forschung aus der Psychologie wird ergründet, warum unser Denken anfällig für Falschinformationen ist – und vor allem, wie wir uns dagegen schützen können. Der Vortrag zeigt, dass es nicht nur um fehlendes Wissen geht: Unsere soziale Identität und unser Weltbild beeinflussen entscheidend, welche Informationen wir als wahr akzeptieren. Im Fokus stehen zudem praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Strategien, um manipulative Inhalte zu erkennen, kognitive Abwehrkräfte aufzubauen und eine informierte, reflektierte Wahrnehmung zu fördern.

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Forum Wissenschaftsstadt Bonn – Wintersemester 2025/2026
Im Zeitalter „alternativer Fakten“

Die Wortneuschöpfung des »alternativen Faktums« ist im Grunde ein Oxymoron. Denn ein Faktum bezeichnet etwas, das nachweislich und unumgänglich der Fall ist oder war – eine Tatsache, zu der es qua Definition keine Alternative gibt. Der Begriff »alternative Fakten« hat genau deshalb eine subversive Kraft, weil er die Festigkeit und Verlässlichkeit, die dem Begriff Faktum innewohnt, unterläuft und damit unser Verständnis von Wirklichkeit und ihre Darstellung in Wissenschaft, Politik sowie öffentlichem Diskurs aufweicht.

In diesem Wintersemester wollen wir uns deshalb dem Phänomen »alternative Fakten« aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven widmen: der Philosophie, der Politikwissenschaft, der Soziologie und der Medienpsychologie. Sie sind herzlich eingeladen, zuzuhören, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren. Wir freuen uns auf ein interaktives, digitales Format, in dem Sie fernab vom Alltagstrott in prinzipielle und abstrakte Fragen eintauchen können – Fragen, die jeden bewegen und mit jedem Menschen etwas zu tun haben.

📩 Anmeldung über info@bildungsforum-bonn.de oder über die jeweiligen Zoom-Links. Teilnahme kostenlos.

Offizieller Flyer zur Veranstaltung | QR Code zur Anmeldung