Forum: „Claude Monets Vorliebe für das Meer“
Vortrag von Dr. Angelika Schmid
28. Mai 2026, 15:00 - 16:30
Das Fischerdorf Étretat am Ärmelkanal in der Normandie entwickelte sich um 1850 zu einem beliebten Seebad und Urlaubsort des Pariser Bürgertums. Zu gleich wurde es wegen seiner charakteristischen, imposanten Klippenlandschaft auch ein begehrter Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle. Die kunsthistorisch bedeutenden Wellen-Gemälde des Realisten Gustave Courbet entstanden hier, wo sich der Komponist Jacques Offenbach eine imposante Villa bauen ließ und es dem Schriftsteller Guyde Maupassant erfolgreich gelang, Étretat zu einem literarischen Sehnsuchtsort zu erheben.
Die nachhaltigste Wirkung hatte die einzigartige Steilküste mit ihren drei Felsentoren, der Porte dʼAmont, der Porte dʼAval und der Manneporte, aber auf den Maler Claude Monet, der intensiv
vor Ort malte. Erstmals schuf der Hauptvertreter des Impressionismus unter den sich permanent verändernden Licht- und Wetterverhältnissen malerische Motivreihen, die sich schließlich zu
einem seiner Markenzeichen entwickeln sollten. Bei sechs Aufenthalten von 1868 bis 1916 schuf er etwa 80 Gemälde mit Motiven der Alabasterküste.
Welchen nachhaltigen Einfluss dieser Normandie-Ort auf die Malerei der Moderne hatte und wie der Mythos Étretat bis heute – auch im Negativen – nach wirkt, veranschaulicht vom 19. März bis 5. Juli 2026 die Ausstellung „Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ im Städel Museum Frankfurt, die auch Werke von Eugène Boudin, Georges Braques, Henri Matisse, Félix Valloton
und vielen anderen zeigt.
🎙️ Vortrag mit Dr. Angelika Schmidt
Im Anschluss können wir bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Bild: pixabay free by mitchkoff




